Der nächste Freitag kam ziemlich schnell. Alles schien an mir vorbei zu ziehen, ohne das etwas mich genau betraf.
Lilly, meine Tochter, war am Montagabend zu ihrem Vater gefahren. Und hatte sich seitdem nicht mehr gemeldet, es störte mich aber auch nur periphär.
Doch so wie der Freitagmorgen begonnen hatte konnte es nur besser werden, ich hatte mir das Problem mit dem Wasserdämon selbst angenommen, da meine Kollegen es nicht schafften da hin zu fahren oder etwas vergleichbares in die Wege zu setzen. Und dabei war ich in die schlimmste Schleimattacke geraten, die ich mir je hätte vorstellen können. Meine Sachen waren alle voll klebrigem, grünem Schleim und genau so wie ich aussah roch ich auch.
Ich stand vor meinem Büro und suchte vergebens meinen Schlüssel, als ich eine laute männliche Stimme aus Silas Büro nebenan hörte.
„Ich werde diese bescheuerte Überprüfung oder wie das heißt nicht machen!“ Der Mann schien nicht besonders  gut gelaunt zu sein.
„Mr. Lancaster bitte setzen sie sich doch wieder.“ Aha, Silas hatte anscheinend Probleme mit diesem Lancaster klar zukommen. „Wir können gerne darüber reden!“
Also hatte Silas einen neuen Termin mit Mrs. Lancaster gemacht.
„Ich werde mich nicht wieder setzen! Das ist doch schwachsinnig dieser Fluch kann nicht gebrochen werden das haben schon genügend Leute wie sie versucht die sind genauso daran gescheitert wie sie dran scheitern würden.“
„Gideon bitte beruhige dich, es ist unhöflich so mit Mr. Neméc zu reden.“ Also saß Mrs. Lancaster auch mit im Zimmer, na prima.
Ich hatte mich direkt vor die Tür gestellt um dem Gespräch zu folgen, als sie auf gestoßen und ich von einem Mann um gerannt wurde. Er starrte mich an als ich versuchte auf zustehen, doch der Schleim an meiner Kleidung machte mir einen Strich durch die Rechnung, ich rutschte noch einmal aus und landete schmerzhaft auf meinem Rücken.
Seine eisblauen Augen starrten mich böse an, ich bekam eine Gänsehaut als ich seine Aura durch das Licht  hinter ihm sah. So eine dunkle und schmerzverzerrte Aura hatte ich noch nie in meinem Leben gesehen. Mir ging ein Stich durch das Herz.
Hinter ihm tauchte Silas gefolgt von Mrs. Lancaster auf. Beide sahen mich an.
„Guten Abend Mrs. Lancaster schön sie wieder zusehen.“ Sagte ich während ich mich am Türgriff festhielt, um aufzustehen.
„Ah Ms. McDougal, schön sie…ähh… zusehen.“ Sie musterte mich von oben bis unten und verzog leicht das Gesicht als sie den Schleim roch. Ihr Bruder starrte mich immer noch an, als sie ihm eine Hand auf die Schulter legte.
„Gideon geh bitte wieder rein. Mr. Neméc will dir nur helfen.“
„Mhpf… lasst mich in Frieden! Es hat sowieso keinen Sinn!“ Wutschnaubend ging er davon und lies uns überrascht zurück.
Ich rieb mir meinen Rücken und bedachte ihn noch mit einem kurzen Blick, wandte mich dann aber wieder Silas und Mrs. Lancaster zu.
„Scheint als hätte er nicht besonders gute Laune gehabt oder?“ Ich lächelte die beiden an und strich meinen Pullover glatt so gut es durch den Schleim ging.
„Es war meine Schuld ich hätte ihn nicht ohne Vorwarnung hier her schleppen sollen…“ Sie sah mich geknickt an und ging wieder in Silas Büro um ihre Jacke zu holen.
„Auf Wiedersehen.“ Sie lächelte Silas an und ging hinter ihrem Bruder her.
„Eigenartige Familie nicht wahr?“ Er musterte mich kurz und rümpfte die Nase. „In ein Schleim Fass gefallen?“
„Nein ich wurde von einem Wasserdämon angegriffen.“ Ich schlurfte hinter Silas her.
Und fühlte mich komischerweise wie damals als ich meinen Ex-Mann das erste mal gesehen hatte und noch nicht gewusst hatte was für ein Idiot er war.
„Kannst du mir sagen was du jetzt von mir willst? Außer meinen Fußboden voll zu schleimen?“
Als ich an mir runter sah merkte ich die klebrige Lache.
„Ich wollt fragen ob du mir ein T-Shirt und einen Pullover leihen? Du siehst ja das ich bis auf die Knochen durchgeweicht bin und ich muss nachher noch ins Dead End.“ Er betrachtete mich skeptisch.
„Warum glaube ich, dass ich die Sachen nie wieder sehen würde, wenn ich sie dir leihe?“
Ein Seufzen entwich mir.
„Weil du genauso gut weißt wie ich das Wasserdämon Schleim nie mehr aus Kleidungsstücken heraus geht?“ Mit ein paar Handbewegungen versuchte ich wenigsten den Dreck auf dem Boden verschwinden zulassen, er zog sich aber nur zusammen und warf Blasen, die laut zerplatzten.
Sein Blick sprach Bände. Ich wusste was er wissen wollte.
„Die Idioten die du mir aufs Auge gedrückt hast, letzte Woche, hatten immer noch Probleme mit diesem Wasserdämon…“ Ich zuckte mit den Schultern. „Das Ende vom Lied war das ich in dem Büro von den Hansen stand und total voll geschleimt wurde…“
Während ich da stand hatte Silas seine Ersatz Kleidung aus einer Schublade geholt und reichte sie mir.
„Danke, können ja Montag in der Mittagspause einkaufen gehen?“
Er nickte und grinste. „Weißt du, du solltest schnell eine Dusche nehmen, du stinkst wirklich abscheulich.“
Ich drehte mich um und schlurfte aus Silas‘ Büro raus.
Auf dem Weg zu den Duschen fielen mir noch einmal Gideon Lancasters Augen ein.
So kalt sie auch gewirkt hatten irgendwas war komisch an ihnen gewesen…